Bisher sind Firmen bei der Nutzung von E-Autos noch in der Anfangsphase. Infolge der angestoßenen Mobilitätswende muss sich früher oder später jedes Unternehmen, das Fahrzeuge betreibt, mit der Reduktion von Emissionen auseinandersetzen. Mittelfristig führt an Elektrofahrzeugen kein Weg vorbei. Das ist auch gut so: Unternehmen können auf verschiedene Weise von der Elektromobilität profitieren und natürlich ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Wer Elektrofahrzeuge in seinen Fuhrpark aufnimmt, benötigt eine adäquate Ladeinfrastruktur. Den grundsätzlichen Bedarf zu ermitteln und dabei den künftigen Ausbau zu berücksichtigen, steht bei den Planungen an erster Stelle. Branchenkenner gehen davon aus, dass bei größeren Firmen in Zukunft 50 Prozent der Parkplätze mit einem Ladepunkt ausgestattet sein werden. Der Ausbau sollte daher strategisch geplant werden.


Wallbox oder Ladesäule: welche Ladestation und Aufstellart macht für Ihr Unternehmen Sinn?


Bei ein oder zwei Elektroautos ist das Laden kein Problem. Eine einfache Wallbox für ein paar Hundert Euro reicht aus. Technisch ist das leicht zu lösen, i. d. R. kann eine Wallbox in jeder Garage oder Zufahrt angebracht werden. Die Installation muss durch einen Fachbetrieb erfolgen. Von einer Nutzung der regulären Haushaltssteckdose ist dringend abzuraten, da insbesondere ältere Anschlüsse nicht für lange Ladevorgänge unter hoher Last ausgelegt ist und überhitzen können. Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Hausstromnetz und die Steckdose den Anforderungen des Elektroauto-Ladens gewachsen ist, wenden Sie sich unbedingt vorher an einen Fachbetrieb, der Ihnen die Eignung ggf. bescheinigen kann. Für die Anschaffung und Installation von Wallboxen existieren verschiedene Förderprogramme. Hier können Sie sich beraten lassen und erfahren, welche Wallbox für Ihre Anforderungen am geeignetsten ist und welche Förderung für Sie infrage kommt.

Soll der Fuhrpark größer ausfallen, wird die Planung komplizierter. Dann muss der Unternehmer seine Anforderungen an die Ladeinfrastruktur genau definieren, , um auch wirklich eine geeignete und zukunftsfähige Lösung für seine Elektroauto-Flotte zu erhalten – falsche Entscheidungen können unter Umständen teuer werden, wenn nachträglich nachgerüstet werden muss.

Werden Ladesäulen von Mitarbeitern mit ihrem Privat- oder Dienstauto genutzt, um während der Arbeitszeit oder über Nacht Strom zu tanken, reicht eine Wechselstrom-Ladestation aus. Werden die Elektroautos im Fuhrpark tagsüber zum Beispiel für Lieferservices benötigt und das Laden muss schnell gehen, ist ggf. die Anschaffung einer leistungsstärkeren und auch teureren Schnell-Ladesäule zu prüfen.

Vor allem bei größeren Fuhrparks sollten die Ladesäulen mit intelligenten Technologien wie Lastmanagement und Abrechnungssystemen ausgestattet sein. Diese Systeme ermöglichen zum einen eine gezielte Steuerung, Anpassung und Verteilung des Stromverbrauchs und verhindern so eventuell einen kostspieligen Ausbau der lokalen Netzkapazitäten. Zum anderen ermöglichen professionelle digitale Zugangs- und Abrechnungssysteme einen wirtschaftlichen Betrieb der Unternehmensladeinfrastruktur und eröffnen nebenbei vielfältige Analysemöglichkeiten.


Installationskosten und Abrechnung des Stroms

Abrechnung Ladestrom für Elektroautos

In der Regel liegen die Kosten für eine Ladestation mit Infrastruktur bei 2000 – 5000 Euro. Dies ist davon abhängig, ob bereits geeignete Stromkabel in der Erde liegen, ob ein eigener Trafo notwendig ist und wie umfangreich dementsprechend die notwendigen Baumaßnahmen sind. Soll selbst erzeugter Strom verwendet werden, macht eventuell auch noch ein Energiespeicher Sinn.

Etwas komplizierter wird es, wenn das Unternehmen den Strom berechnet, den Kunden oder Mitarbeiter laden. Dann greifen nämlich die Bestimmungen des Eichrechts. Bei der Abrechnung muss der Strom jedem Mitarbeiter zugeordnet und zahlreiche relevante Daten gesammelt werden. Dafür ist eine Autorisierung notwendig, wofür die Ladesäule die entsprechende technische Voraussetzung haben muss. Hinzu kommt die Frage, wie bei Dienstfahrzeugen abgerechnet wird, die auch privat genutzt werden. Richtig kompliziert wird es, wenn auch noch E-Auto-Fahrer aus der Nachbarschaft die Ladesäule nutzen und ein wirtschaftlicher Betrieb der unternehmenseigenen Ladeinfrastruktur angestrebt wird. Für Firmen ist es meist zu aufwändig, diese Prozesse selbst zu organisieren und zu verwalten, weshalb sich die Inanspruchnahme von spezialisierten Dienstleistern empfiehlt. Deren Service umfasst neben dem Betrieb auch die Wartung sowie die Abrechnung nach Maß.

Tipp:

Das Laden eines Elektroautos oder auch S-Pedelecs beim Arbeitgeber ist steuerfrei: "Auch wenn hier Stromkosten gespart werden, wird die Ladung nicht als geldwerter Vorteil versteuert.
Voraussetzung: der Ladestrom wird kostenfrei zusätzlich zum Arbeitslohn zur Verfügung gestellt."

 


Wie viele Ladepunkte sind notwendig?

Ladepunkte Elektroautos

Die Ladesäule während der Arbeitszeit zu wechseln, wenn die Elektroauto-Batterie voll ist, ist unpraktisch und häufig auch gar nicht möglich. Geplant werden sollte daher eine Lademöglichkeit pro E-Auto. Sinnvoll ist es zudem, sich schon im Vorfeld Gedanken zu machen, ob wie und wann die Ladesäule genutzt wird, um den eigenen Bedarf zu ermitteln. Auch sollten eventuelle zukünftige Fahrzeuganschaffungen nach Möglichkeit bereits mitgedacht werden, bspw. bei der Verlegung der Anschlüsse, um unnötigen Mehraufwand für spätere Nachrüstungen zu vermeiden.

Bei Betriebsfahrzeugen muss vor der Investition in eine Ladesäule der Fahrbedarf ermittelt werden. Danach richtet sich, ob schnell oder langsam geladen wird. Bewegen sich bspw. die täglichen Fahrtstrecken der Elektroautos im Rahmen der gegebenen Batterie-Reichweite und können die E-Fahrzeuge einfach über Nacht geladen werden, reichen i. d. R. "normale" AC-Ladepunkte aus. Ist es dagegen nötig, die Elektroauto-Batterie bei Bedarf schnell aufzuladen, um das E-Auto wieder einsatzfähig zu machen, muss wahrscheinlich über die Anschaffung einer teureren, dafür aber deutlich leistungsfähigeren DC-Schnellladestation nachgedacht werden.

Betreiben Sie eine ganze E-Flotte mit entsprechend vielen Ladepunkten, ist zudem ein Lastmanagement ratsam. So können alle Elektrofahrzeuge zur selben Zeit an Ladesäulen angeschlossen sein, aber nicht gleichzeitig, sondern nach Bedarf geladen werden. Durch die intelligente Ladesteuerung wird die Last verteilt und somit Spitzen im Stromnetz reduziert. Denn die sind für Unternehmen für den Strompreis relevant. Sinnvoll kann ein Lastmanagement schon ab drei Ladepunkten sein, um auch die Gesamtkapazitäten zu begrenzen. Dies kostet zwar mehr, bringt aber eine größere Ersparnis mit sich, wenn dadurch die Leistung des Netzanschlusses nicht erhöht werden muss. Hierfür müsste das Unternehmen sonst einen Baukostenzuschuss an den Netzbetreiber zahlen. Und der kann hoch sein.

Tipps und Hinweise:

  • Die Ladestation sollte online angebunden sein, damit sie aus der Ferne technisch überwacht werden kann. Zudem können so sämtliche Lade-Daten erfasst und analysiert werden. Außerdem ermöglicht dies eine Autorisierung und damit eine Abrechnung auch bei wechselnden Nutzerinnen und Nutzern.
  • Die Wartung der Ladestationen erfolgt i. d. R. ein Mal im Jahr, die Wartungsintervalle werden meist von den Herstellern der Ladesäulen vorgegeben. 
  • Sinnvoll ist die Nutzung von Strom aus Erneuerbaren Energiequellen, um alle Potenziale der E-Mobilität optimal zu nutzen. Dies kann zudem gewinnbringend in der Außenkommunikation genutzt werden.
  • Steht die Ladesäule im halböffentlichen oder öffentlichen Raum, müssen die Bestimmungen der Ladesäulenverordnung berücksichtigt werden

Unternehmensinterne Koordination der Ladevorgänge

Organisation von Ladevorgängen in Unternehmen

Müssen mehrere Elektrofahrzeuge geladen werden, sollte ein System zur Ladeplanung entwickelt und eingesetzt werden. Ein Verteiler oder ein schwarzes Brett für Mitarbeitende, die ein Elektroauto besitzen oder nutzen, kann die Kommunikation und Organisation zwischen den Ladenden optimieren. Natürlich gibt es entsprechende Online-Lösungen. Einige Unternehmen richten verbindliche Reservierungslisten ein, die auch über App oder eine Website erreichbar sind, damit sie jederzeit von allen Elektrofahrzeug-Nutzerinnen und Nutzern eingesehen und angepasst werden können. Eine gute Koordination und Planung der Ladevorgänge sorgt nicht nur für eine ständige Verfügbarkeit der Elektrofahrzeuge bei Bedarf, sondern spielt auch bei der Vermeidung von Lastspitzen im Stromnetz eine wichtige Rolle – Stichwort Lastmanagement.


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Hinweis: In der Regel reichen AC-Ladestationen aus, um Elektroautos in wenigen Stunden zu laden. Schnellladestation sind vorrangig an Orten mit kurzen Aufenthalten (z.B. Autobahnen) bzw. hohen Einsatzfrequenzen der Fahrzeuge sinnvoll. Es ist zu beachten, dass Schnellladestationen ein Vielfaches an Kosten verursachen.
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